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Hochwasserereignisse

Hochwasser sind Naturereignisse, die es immer gab und auch künftig immer geben wird. Mit Blick auf die verheerenden Hochwasser der letzten Jahrzehnte liegt die Vermutung nahe, dass der Mensch durch seine Einflussnahme ‒ wie z. B. Flächenversiegelung, Ausbau der Flüsse und Klimawandel ‒ für die häufiger auftretenden Hochwasserereignisse verantwortlich ist.

Weitere Informationen der Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre finden sie hier:

Hochwasser in Landshut

Die Lage am Fluss brachte ständige Bedrohung und Gefahren. Die zur Wasserkraftnutzung erbauten Wehre waren zwar auch für die Ableitung von Hochwasser von gewisser Größe ausgelegt, da es aber nur feste Wehrschwellen waren, wurden bei besonders großen Hochwasserwellen trotzdem die Häuser in den niedrg gelegenen Stadtteilen überflutet. Die Altstadt war durch die Stadtmauern relativ geschützt.
Mit Beginn der amtlichen Aufzeichnungen des Isarabflusses in Landshut sind extreme Hochwasserereignisse lückenlos dokumentiert. Deshalb kann der Eindruck entstehen, dass sich die Ereignisse ab dem 19. Jahrhundert häufen. Ältere Hochwasserereignisse sind nur den Chroniken der Stadt oder der Kirche zu entnehmen.
Hochwassermarken an alten Gebäuden, wie man sie aus Passau oder Würzburg kennt, gibt es in Landshut nicht

Hochwasserereignisse aus den Chroniken

  • 1491 Überschwemmungen "dass kein Mensch sie so groß gedacht"
  • 1570 Am Abend des 10. August hat das Wasser "zu Achdorf und bei der Stadt einen solchen Schaden getan, dergleichen kein Mann gedenkt. Wöhr hinweggerissen, die Häuser unterwaschen, allerlei Vieh ertränkt, die Isar somit Holz angefüllt und an die Lendbruck gelegt, dass man wohl darüber gehen mögen, und sich besorgen müssen, es werde die brücke gar heben."
  • 1671 Winterhochwasser (19.1) : ein gewaltiger Eisstoß riss nicht nur alle Flöße und Fischbehälter an beiden Ufern der Isar hinweg, sondern führte auch die Neu- und die Lendbrücke, den Hammersteg und die Innere- und Spitalbrücke mit sich hinfort.
  • 1743 Ein Eisstoß und französische Proviant-Fahrzeuge hatten die Isarwehre zerstört
  • 1784 Gewaltige Überschwemmung "wie in ganz Deutschland"
  • 1797 Im Februar verursachte Tauwetter einen Eisstoß und Überschwemmungen bis zur unteren Freyung
  • 1808/1809 Hochwasser beschädigen die Schleuse (Kapuzinerwehr) irreparabel
  • 1819 "Weihnachtshochwasser" verursacht ausgedehnte Überschwemmungen in ganzer Talbreite (bis Altdorf) bei Kälte, jedoch ohne Eisbildung
  • 1821 In diesem Jahr gab es viermal Überschwemmungen durch die Isar und Pfettrach; besonders am 21. September gab es auf der Hammerinsel Verwüstungen, man fuhr auf Kähnen durchs Lendtor
  • 1824 Oktober/November: außerordentliche Überschwemmung; der halbe Burgfried glich einem Landsee
  • 1837 Hochwassser
  • 1840 Hochwasser im Juli
  • 1845 Hochwasser von Isar und Pfettrach, Altdorfer Sraße teilweise unterspült
  • 1848 Hochwasser im März
  • 1849 Im Januar Winterhochwasser mit starker Vereisung, Ländbrücke und obere Schleuse (Ludwigswehr) werden stark beschädigt, äußere Isarbrücke wird weggerisssen
  • 1850 Hochwasser im Oktober
  • 1853 Hochwasser im Juni, die zur Wiederherstellung der äußeren Isarbrücke geschlagene Notbrücke wird weggerisssen
  • 1880 Hochwasser im Januar
  • 1899 15.-18. September: das größte Hochwasser des Jahrhunderts (rd. 1500 m3/ s), die Flutmuldenbrücke am Hauptzollamt wird weggerissen Hochwasser 1899: große Teile der niedrig gelegenen Stadtteile sind überflutet
  • 1907 Wasserkatastrophe in Achdorf
  • 1909 Hochwasser
  • 1910 Hochwasser am 22./23. April und am 15. Juni
  • 1912 Hochwasser im März, Dämme überflutet und beschädigt
  • 1914 Hochwasser im September
  • 1924 Hochwasser vom 25.-28. September
  • 1940 Katastrophenhochwasser im Juni mit rd. 1600 m3/s, weite Teile der Stadt und des Umlandes standen unter Wasser
  • 1954 Hochwasser am 3.7. (650 m3/s) und am 10.7. (1530 m3/s), die Baugrube zur Errichtung des Kraftwehrs Maxwehr musste geflutet werden
  • 1965 Hochwasser im Juli
  • 1979 Hochwasser im Juni
  • 1999 Pfingsthochwasser im Mai
  • 2005 Hochwasser im August: die Flutmulde stand insgesamt fünf Tage unter Wasser, die große Katastrophe blieb trotz vieler überfluteter Keller jedoch aus die Flutmulde nahm einen großen Teil der Wassermassen auf die Flutmulde nahm einen großen Teil der Wassermassen auf

Pfingsthochwasser 1999

Hochwasser sind Naturereignisse, die es immer gab und auch künftig immer geben wird. Nur Historiker werden das vermutlich größte Hochwasser des letzten Jahrtausends aus dem Jahr 1342, das "Magdalenenhochwasser" kennen. Es ist das vermutlich größte geschichtlich belegte Sommerhochwasser in Mitteleuropa und hinterließ in allen Flussgebieten verheerende Spuren, gestaltete die Landschaft um, vernichtete die gesamte Ernte und löste eine Hungersnot aus.

Die Hochwasserereignisse der letzten Jahrzehnte dagegen haben wir noch gut in Erinnerung, insbesondere das Pfingsthochwasser 1999. Es war Anlass für die Bayerische Staatsregierung, den Schutz vor Hochwasser noch stärker voranzutreiben. Dennoch: Schutz hat Grenzen. Daher ist auch jeder Einzelne weiterhin gefordert sein persönliches Risiko gering zu halten.

Was hat der Freistaat Bayern seither unternommen um das Hochwasserrisiko zu verringern?

Bayern

Hier finden Sie Informationen zur Hochwasser-Strategie der Bayerischen Staatsregierung:

Umgang mit dem Hochwasserrisiko in Bayern -
Schutz vor Hochwasser in Bayern

Amtsbereich Wasserwirtschaftsamt Landshut

Seit 2001 haben der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Landshut und die Kommunen an der Donau im Landkreis Kelheim in einer Vielzahl von Projekten über 36 Mio. € in den Hochwasserschutz investiert (siehe Bilanz der Hochwasserschutzmaßnahmen).

  • Bilanz der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Donau - PDF
  • Hochwasserschutzprojekte im Amtsbezirk des Wasserwirtschaftsamtes Landshut

Wie kann jeder Einzelne sein persönliches Risiko verringern?

  • Viele Informationen rund um die Frage, wie Sie sich persönlich vor Hochwasser schützen können, finden Sie unter
    • Hochwasser.Info.Bayern
  • Eine praktische Checkliste rund um das Thema Hochwasservorsorge finden Sie hier:
    • Checkliste Hochwasser - PDF

Pfingsthochwasser 1999: Ausgangs- und Hochwassersituation

  • Bayern
  • Das Hochwasser im Mai 1999 war das Ergebnis starker Regenfälle in den Nordalpen, am Alpenrand und in Teilen des Alpenvorlandes. Verschärfend kam hinzu, dass die Böden nach den Regenfällen und der Schneeschmelze in der ersten Maihälfte bereits vor Pfingsten wassergesättigt waren. Der Starkregen vom 20.-22. Mai floss daher in einigen Gebieten direkt in die Flüsse ab, ohne im Boden zu versickern. Das Bayerische Landesamt für Umwelt erläutert in seinem Bericht die meteorologische Situation und beschreibt den Ablauf des Hochwassers unter

    Ein bayernweiter Überblick

    Amtsbereich Wasserwirtschaftsamt Landshut

    Im Zuständigkeitsbereich des Wasserwirtschaftsamtes Landshut waren die Niederschlagsmengen vergleichsweise moderat. Die örtlichen Gewässer führten daher kaum Hochwasser: So lagen z. B. die Scheitelabflüsse von Abens und Großer Vils deutlich unter dem Hochwasserabfluss, der statistisch gesehen einmal im Jahr auftritt.

    Eine andere Situation zeigte sich bei Donau und Isar, deren Einzugsgebiete bis in die vom Starkregen betroffenen Regionen reichen: Die Isar in Landshut erreichte mit ca 1050 m3/s am Pegel Birket annähernd einen 50-jährlichen Hochwasserabfluss (HQ50 = 1100 m3/s). Die Donau führte ab Zufluss des Lechs bis Kelheim einen über 100-jährlichen Hochwasserabfluss. In Ingolstadt trat mit einem Abfluss von 2270 m3/s ein Ereignis ein, wie es statistisch nur alle 200 Jahre vorkommt.

    Schematische Darstellung der Jährlichkeiten der Scheitelabflüsse beim Hochwasser an Pfingsten an den Flüssen 1. und 2. Ordnung

    Pfingsthochwasser 1999: Überschwemmungsschäden

    Das Pfingsthochwasser 1999 führte auch im Donauabschnitt im Landkreis Kelheim zu großflächigen Überschwemmungen: Wohngebäude, Gewerbe, Industrie, öffentliche Infrastruktur und Landwirtschaft haben dabei Überschwemmungsschäden im dreistelligen Millionenbereich erfahren.

    Besonders betroffen war Neustadt a.d.Donau. Dort wurde am Pfingstmontag (24.05.1999) zuerst der Donauhauptdeich überströmt und brach. Kurz darauf wurde auch der Polderdeich von Neustadt überströmt. Es flossen ca. 22,7 Millionen Kubikmeter Wasser in den Polder Neustadt und überfluteten große Siedlungsbereiche. Medienberichten zufolge richtete das Pfingsthochwasser in ca. 800 Haushalten einen Gesamtschaden in Höhe von rund 100 Millionen Euro an.

    Das Überschwemmungsgebiet der Donau beim Pfingsthochwasser 1999 und Hochwasserbilder sind in der folgenden Karte dargestellt:

    • Karte Überschwemmungsgebiet und Hochwasserbilder

    Im "Informationsdienst überschwemmungsgefährdete Gebiete" sind weitere Daten zu Überschwemmungsflächen abrufbar:

    • https://www.lfu.bayern.de/wasser/hw_ue_gebiete/info_uegef_gebiete_uab/index.htm Informationen zu überschwemmungsgefährdeten Gebieten im Umweltatlas Bayern
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